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Wie stark ist ein SLS-gedrucktes Bauteil?

SLS-gedruckte Bauteile in PA12 (PA2200) erreichen 45 MPa Zugfestigkeit und sind nahezu isotrop — stark in jeder Belastungsrichtung. Faserverstärkte Materialien erreichen 89 MPa (PA802CF) und 56 MPa (Carbon LW). SLS-Drucke werden routinemäßig in industriellen Endprodukten unter realer mechanischer Last eingesetzt.

45 MPa PA12 Zugfestigkeit
89 MPa PA802CF Zugfestigkeit
Isotrop In jeder Richtung
~100 % Bauteildichte

Was bestimmt die Festigkeit eines SLS-Bauteils?

Drei Faktoren bestimmen die endgültige Festigkeit: Material, Druckparameter und Bauorientierung. Das Material hat den größten Einfluss — PA12 erreicht 45 MPa, PA11 erreicht 54 MPa, faserverstärkte Varianten überschreiten 56 MPa. Die Bauorientierung ist bei SLS weniger kritisch als bei FDM, spielt aber bei faserverstärkten Materialien eine Rolle.

Unsere Druckparameter (Laserleistung, Scangeschwindigkeit, Betttemperatur, Lagedichte) sind kalibriert, um die Dichte zu maximieren — typisch 98-100 % des theoretisch dichten Materials. Höhere Dichte bedeutet höhere Festigkeit und bessere Dichtungseigenschaften. Unsere EOS P500 Dual-Laser-Maschinen liefern ein konsistentes thermisches Umfeld über den gesamten Baujob.

SLS-Festigkeit im Vergleich zu Spritzguss und FDM

Für PA12 liegt die SLS-Zugfestigkeit (45 MPa) im selben Bereich wie spritzgegossenes PA12 (~50 MPa) — Differenz rund 10 %. Für die meisten funktionalen Anwendungen ist das nicht entscheidend. FDM-PA12 liegt bei etwa 35 MPa und ist anisotrop (schwächer in Z-Richtung), was mechanisch weniger vorhersehbar ist.

In der Praxis: SLS-PA12-Bauteile werden in industriellen Endprodukten verwendet — Automotive-Aftermarket, Medizingeräte, Landmaschinen, ATEX-Installationen. Die Materialien sind zertifiziert und der Prozess ist wiederholbar. Für regulierte Anwendungen (medizinisch, Lebensmittelkontakt) bieten wir PA12 Blue MD mit FDA + EC1935/2004 Dokumentation.

Tipps zur Steigerung der Bauteilfestigkeit

Einige Designentscheidungen verbessern die mechanische Leistung:

  • Mindestwandstärke 1,5-2 mm bei tragenden Bauteilen (1,2 mm reichen für unterstützende Strukturen)
  • Spannungskonzentrationen reduzieren: gerundete Übergänge (R ≥ 0,5 mm) an Innenecken
  • Große Vollvolumen vermeiden: mit 2 mm Wänden und internen Rippen aushöhlen, für bessere Kühlung und geringere thermische Spannung
  • Faserverstärktes Material wählen für strukturell belastete Bauteile — Carbon LW oder PA802CF
  • Zur Abdichtung gegen Flüssigkeiten: Nachbehandlung mit Cyanacrylat-Infiltration

Unsere Ingenieure prüfen das Design kostenlos, wenn Sie es hochladen — fragen Sie explizit nach einem DfAM-Check.