Bei Stückzahlen bis etwa 1.000-5.000 ersetzt SLS-3D-Druck den Spritzguss, indem Sie Werkzeugkosten von 10.000-50.000 € einsparen und in 3 Werktagen statt 6-12 Wochen liefern. Über dieser Stückzahl bleibt Spritzguss pro Bauteil günstiger, aber 3D-Druck bleibt schneller, flexibler und ohne Mindestabnahme.
Wann ist 3D-Druck günstiger als Spritzguss?
Die Rechnung ist einfach: Spritzguss hat hohe einmalige Kosten (Werkzeug 10.000-50.000 €+, Qualifizierung, Materialtests), aber niedrige Grenzkosten pro Bauteil. 3D-Druck hat keine einmaligen Kosten, aber höhere Grenzkosten pro Bauteil. Der Break-even liegt typisch zwischen 500 und 5.000 Stück, abhängig von Komplexität und Material.
Unter 1.000 Stück ist SLS fast immer günstiger. Zwischen 1.000-5.000 Stück hängt es von der Geometrie ab: Ein einfaches Bauteil kippt früher zum Spritzguss, ein komplexes Bauteil mit Hinterschnitten oder dünnen Wänden bleibt länger attraktiv für SLS. Über 5.000-10.000 Stück pro Jahr ist Spritzguss meist wirtschaftlich vorzuziehen.
Wichtig: Diese Rechnung geht über die Stückkosten. Der Business Case ist breiter. Ohne Werkzeug können Sie Ihr Design während der Produktion weiter anpassen — keine Tool-Rework, keine NRE-Investition, die später abgeschrieben werden muss. Für Produkte in zeitkritischen Märkten ist das oft entscheidend.
Wann bleibt Spritzguss die richtige Wahl?
Spritzguss gewinnt bei:
- Serien über 10.000 Stück pro Jahr bei stabilen Designs
- Materialien, die SLS nicht bietet (Produktionsqualität PC, ABS, PP, glasklare Materialien)
- Sehr dünnen Wänden unter 1 mm
- Strenge Lebensmittelkontakt-Anforderungen mit spezifischen Materialzertifikaten, die für SLS-Pulver nicht existieren
- Hohe Oberflächenqualität wie geliefert (Hochglanz ohne Polieren)
Aber selbst in diesen Fällen nutzen Kunden SLS oft für die Phase vor dem Werkzeugbau: Bridge-Production, Marktvalidierung, die ersten 100 Kunden, A/B-Tests von Varianten. Erst wenn das Design steht, bestellen Sie das Werkzeug.
Hybrider Ansatz: Bridge-Production
Eine bewährte Strategie: Während der ersten 6-12 Monate einer Produkteinführung decken Sie die Nachfrage mit SLS-Drucken ab, während Sie parallel das Spritzgusswerkzeug bauen. Vorteile:
- Kein Warten auf Tooling — am Markt ab Tag 1
- Design kann auf Kundenfeedback reagieren, ohne das Werkzeug zu ändern
- Cash-out von 30.000 €+ Werkzeuginvestition verschiebt sich auf den Zeitpunkt, an dem der Verkauf bewiesen ist
- Produktion wechselt nahtlos, sobald das Werkzeug bereit ist
Unsere Ingenieure helfen Ihnen, diesen hybriden Business Case aufzusetzen — fragen Sie ein Gespräch an, um Stückzahl, Lieferzeit und Cashflow gegeneinander abzuwägen.